Bonjour Strasbourg

Mitte März 2018:

 

Tschüss Hamburg; Bonjour Strasbourg. 

 

Nichts wie ab in den ICE und ab gen Süden. Und zwar nicht nur für einen bon jour. Es wurden gar ganze fünf bonnes journées, die ich im wunderschönen Elsass verbrachte. Strasbourg sollte für diese Zeit mein Zuhause sein. Über Airbnb fand ich schnell eine Unterkunft, da ich gerne mittendrin im französischen Alltag sein sollte. Umso besser, dass ich bei einer waschechten Strasburgerin unterkam, die neben dem einen oder anderen grandiosen Tipp auch sonst überaus hilfsbereit und eine gute Seele war. 

Damit auch Ihr von meinen Erlebnissen vor Ort profitieren könnt und ich mich riesig freue, meine Tipps mit Euch zu teilen, steigen wir doch glatt mal ein in Tag 1 meines journal intime. Viel Spaß und lasst Euch von diesem zauberhaften Städtchen derart begeistern, sodass es mit auf Eure Liste der Places to visit before I die gelangt;). 

 

 

Eines, wenn nicht sogar das bekannteste Wahrzeichen Strasburgs: Das Münster
Eines, wenn nicht sogar das bekannteste Wahrzeichen Strasburgs: Das Münster

Jour 1

Wer jetzt an das Lied Jour 1 von Louane denkt, hat schon einmal ein fantastisches Chanson im Kopf.(Für alle, die den Song nicht kennt, hier könnt Ihr ihn Euch anhören.)

 

Mein Jour 1 sah allerdings wie folgt aus: Anreise mit der Deutschen Bahn (die wie erwartete Verspätung doch noch aufgeholt), sodass ich meinen Anschlusszug, den TGV in Richtung Marseille mit Stop in Strasbourg ohne Probleme bekam. Keine 20 Minuten nach dem Zustieg in den TGV verkündete die sympathische SNCF-Lautsprecherstimme auch schon mein Ziel: "prochain arrêt: Strasbourg". Bonjour la France, Bonjour Strasbourg😊

 

Nach mehr als fünf Jahren (solange liegt mein Erasmusaufenthalt im französischen Tours zurück) hatte ich endlich wieder französischen Boden unter den Füßen. Mein Herzlachen war unsagbar groß. Endlich wieder: frisches Baguette, köstlichen Wein und Tartes, charmante Franzosen, einzigartige Architektur und schlussendlich wieder eine großartige und geschichtsträchtige Kultur - wobei ich die deutsche in keinerlei Weise dadurch downgraden möchte;). 

 

Also schnell Koffer in der Unterkunft abladen und ab in die Altstadt. Eine schnelle Roomtour mit meiner Hostess Camille genügte und mein Weg führte mich in die wunderbare, charmante und geschichtsträchtige Altstadt Strasburgs. Den Kern bildet das geradezu imposante und majestätisch im Kern der Altstadt thronende Münster Notre-Dame de Strasbourg. Durch die zahlreichen Gassen laufend gelangte ich nach kurzer Zeit auf die Haupt-Einkaufsstraße, die jedes Shoppingherz höher schlagen lässt;). Naf Naf, Marionaud, Cyrillus, H&M, Promod u.v.m.  Neben französischen Läden ergänzten die internationalen Unternehmen den Einzelhandel. Mein anvisiertes Ziel war jedoch:  Auchan. Ein Supermarkt, der das Food-Herz geradezu zu Rhythmusstörungen veranlasst (stets im positiven Sinne) bei der großen Auswahl der Köstlichkeiten. Im Korb landeten demnach köstlicher Camembert, frisches Baguette Wasser sowie Frischkäse. Und erneut wurde mir beim Bezahlen wieder bewusst, wie günstig Lebensmittel in Deutschland sind, denn für diesen kleinen Einkauf konnte ich einen Zehner zücken. 

Jour 2

Tag zwei begann mit einem schnellen Frühstück, denn das sonnige Wetter lockte mich schon früh aus dem Haus, um die Stadt weiter zu erkunden. Entlang des Ill-Ufers machte ich mich zu Fuß auf den Weg in Richtung Petite France, einem im Südwesten gelegenen Viertel Strasbourgs, das durch seine Fachwerkbauten in aller Munde ist. Auch seinem Namen wird es gerecht, denn gleichwohl es dort petite ist, ist die Kultur und Geschichte der Stadt sowie des Landes dort umso intensiver wahrzunehmen. Tradition trifft auf Moderne. Denn zwischen all den traditionellen Fachwerkhäusern und Restaurants findet sich immer wieder aufs Neue das ein oder andere moderne sowie stylishe Café inmitten der Fachwerkbauten. 

La petite France: ideal zum Flanieren und zahlreiche schöne Fotomotive gibt es dabei kostenlos obendrauf. 

Mein Geheimtipp: 

Das Café BLOOM (2, Place des Meuniers; 67000 Strasbourg)

Hausgemachte, feine Kuchen und köstlichen Kaffee in einer kleinen, aber umso trendigeren Location in rosa-weiß Optik. Unbedingt vorbeischauen, aber nicht enttäuscht sein, wenn der Laden voll ist. Er ist nämlich relativ klein, durch seine Hinterhoflage allerdings auch wahrlich ein Geheimtipp und Insider.

Dennoch: Unbedingt vorbeischauen! 

 

Da das Wetter stabil blieb, entschied ich mich auf meinem Weg raus aus La petite France mein neues Ziel anzusteuern. Und zwar das Quartier im Norden der Stadt. Jenes Quartier, in welchem die zahlreichen europäischen Institutionen ansässig sind. Anzuführen sind hier unter anderem das Europäische Parlament sowie der Europäische Menschengerichtshof. Keine 30 Minuten Gehzeit später hatte ich mein Ziel erreicht und befand mich face à face mit dem Europäischen Parlament. Ein geradezu beeindruckendes, gläserndes Rundgebäude, das Ausdruck von Macht und Transparenz zugleich symbolisieren soll.

Da eine Besichtigung des Parlamentes am Folgetag auf meiner To See Liste stand, spazierte ich durch das Viertel und meine schon etwas müden Beine trugen mich zurück in meine Unterkunft.  

Jour 3

Highlight von Jour 3 war der Besuch des Europäischen Parlaments.

Als frankophile Besucherin nahm ich an einer frühen auf Französisch stattfindenden Führung durch das Europäische Parlament teil, um im Anschluss noch viele weitere Ziele auf meiner Liste ansteuern zu können. 

Nach entsprechender Sicherheitskontrolle ging es hinein in eine der politischen Machtzentralen der Europäischen Union. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der EU sowie der aktuellen Konstitution und Aufgabenfelder des Parlamentes konnten wir Besucher einen interaktives Angebot in Anspruch nehmen und über Monitore uns über die Vertreter aus Deutschland sowie deren Aufgabenbereiche informieren. Fotos waren in ausgewiesenen Bereichen ebenfalls gestattet, sodass fast jeder Besucher - mich mit eingeschlossen - das ein oder andere Motiv respektive Zeugnis seines Besuchs festhielt. Der krönende Abschluss war folglich der Besuch des Plenarsaals, in dem - dem Brexit geschuldet - eine Diskussion eingeleitet wurde hinsichtlich der potentiellen künftigen favorisierten Amtssprache während der Verhandlungen und Sitzungen, da - so der Konsens und Ausblick - das Französische, aber auch das Deutsche bedeutend an Gewicht und Macht gewinnen könnten. 

Mein Fazit: Wer Zeit hat und sich für die Aufgaben des Akteurs interessiert, sollte sich unbedingt einer Führung durch das Europäische Parlament anschließen. Diese werden in unterschiedlichen Sprachen abgehalten und sind kostenlos. Alles, was benötigt wird, ist ein gültiges Ausweisdokument.

Im Anschluss an die Führung ging es zurück in die Stadtmitte, wo ich mich vom kunterbunten Leben treiben ließ und das gute Wetter genoss. Ausklang fand der Tag in einer gut besuchten Brasserie, wo Cidre und Flammenkuchen auf dem Tisch landeten und dem perfekten Tag den letzten Schliff verliehen. 

Mein Tipp für guten Flammenkuchen: Restaurant Caupona Taverne (109, Grand Rue, 67000 Strasbourg)

Jour 4

Sonntag, Regen und dennoch keine schlechte Laune: wer sich jetzt fragt, warum? Hier die Antwort: Carnaval de Strasbourg!

 

Auf Empfehlung meiner Hostess Camille eines DER Highlights in Strasburg. Also nix wie hin da (auch um Camille als Teilnehmerin des Zuges zu bestaunen). Denn der zahlreichen Straßensperrungen geschuldet, wurden anfängliche Pläne ins Zentrum zu gelangen schnell zunichte gemacht. Darum: Regenjacke an, Regenschirm gegriffen und ab an die Strecke. Und schlussendlich hatte ich - trotz anhaltendem Regen- riesen Spaß. Ulkige, teils auch gruselige Kostüme wurden dargeboten, gute Musik versetzte sowohl Teilnehmer als auch Besucher in eine grandiose Stimmung und auf einmal war man Teil der phänomenalen Tradition. 

 

Tradition auch, was die Pâtisserie anbelangt. Von Petits Four über Croissant au chocolat bis hin zu grazilen, deliziösen Tartes und Gâteaux ließ ich mir dieses unbeschreiblich gut schmeckende und wohl auch äußerst kalorienhaltige Törtchen schmecken. 

Folgende Bäckerei mit einmaliger, köstlicher und dazu noch angemessener Preis-Leistung fern der touristischen Herde empfehlen kann ich:

  • L'atelier 116 (116, Grand Rue, 67000 Strasbourg)

Andernfalls auch gut zum Einkehren:

  • What the Cake (51, Rue du Fossé-des-Tanneurs, 67000 Strasbourg)

 

Jour 5

Time to say good-bye

Au revoir Strasbourg

Tag 5 bedeutete zugleich: Abreisetag. Mit dem TGV zurück über die Grenze nach Deutschland und von dort aus erneut zurück in den Norden nach Hamburg. 

 

Fest steht: Ich komme wieder, mon amour. Denn auch wenn ich Dich jetzt im Frühling erlebt habe, kann ich mir vorstellen, dass Du auch im Sommer und gar im Winter einfach für großes Herzlachen bei mir sorgen wirst. 

A bientôt chéri

 

Und Euch wünsche ich ganz viel Spaß bei der Planung Eurer Reise nach Strasbourg und einen schönen, von Herzlachen erfüllten Aufenthalt.

 

An alle bereits Dagewesenen: Hinterlasst mir doch in einem Kommentar Eure Tipps für meinen nächsten Besuch:) 

                            (L.)

 

PS: Danke an meine liebe Reisebegleitung Carmen, die gemeinsam mit mir diese wunderschöne Stadt entdeckt hat. :*

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